FH-Prof. DI. Dr. Silvia Apprich im Gespräch mit Pack & Log

… Fr. Dr. Apprich, ich habe gehört, Sie sind jetzt der Big Boss an der Hochschule Campus Wien?
(lacht) So würde ich das nicht sagen, aber meine Zuständigkeiten haben sich tatsächlich verändert. Ich habe die Leitung des Department Applied Life Sciences übernommen. Das bedeutet, ich bin nicht nur mehr für unseren Fachbereich Verpackung & Ressourcenmanagement zuständig, sondern auch für die Fachbereiche Bioengineering und Molekulare Biotechnologie. Ich bleibe aber Studiengangsleiterin für die Studiengänge Nachhaltige Verpackungstechnologie und den neuen Masterstudiengang Sustainable Packaging Design & Technology. Allerdings habe ich die Studiengänge im Bereich Ressourcenmanagement an den Kollegen Manuel Pfitzner abgegeben. Im Prinzip arbeiten wir in den letzten Jahren ständig daran neue Curricula zu schaffen bzw. alte zu überarbeiten, daran merkt man, wie stark sich die Anforderungen an die Lehre binnen kurzer Zeit verändern.

Apropos Veränderung: Sie haben den neuen Masterstudiengang Sustainable Packaging Design & Technology erwähnt. Ist er eine Überarbeitung des Masterstudiengangs Verpackungstechnologie?
So ist es, denn es waren einige Anpassungen notwendig, die wir nicht zuletzt aus Gesprächen mit den Studierenden evaluiert haben. So wurde der Bereich der rechtlichen Regulatorien durch eigene Lehrveranstaltungen deutlich gestärkt. Hier beschäftigen wir uns explizit mit den gesetzlichen Anforderungen an die Verpackung – ganz aktuell natürlich: die PPWR. Ebenfalls mehr Raum wird dem Design gewidmet. Hier wollen wir – schon im Namen des Masterstudiengangs – sichtbar machen, dass, wenn es um die Nachhaltigkeit von Verpackungen geht, das Design eine entscheidende Rolle spielt. Wobei es nicht nur um das allseits bekannte „Design for Recyling“ geht, sondern beispielsweise auch um „Design for Re-use“ bzw. „Design for Minimize“. Zusammenfassend kann man sagen: Wir behandeln „Sustainable Design“ und wollen so eine ganzheitliche nachhaltige Betrachtungsweise miteinbringen. Im Unterschied dazu spielt kreatives und verkaufsförderndes Design innerhalb des Lehrganges nur eine untergeordnete Rolle.

Wobei im Moment – im Hinblick auf die PPWR – ohnehin nur Sustainable Design gefragt ist, oder?
Ja, für viele Markenartikler stellt sich spätestens jetzt die Frage: Was muss ich tun, um in Zukunft mit einer PPWR konformen Verpackung am Markt bestehen zu können. D.h., auf welche Aspekte des Verpackungsdesigns muss ich achten und wie kann ich sie umsetzen. Genau das lernen unsere Studierenden …

Im Titel des Masterstudiengangs wird nun auch explizit „Technology“ genannt. Warum?
Im Unterschied zum Bachelorstudiengang, der alle wesentlichen technologischen Grundlagen enthält, ging der alte Masterstudiengang in diesem Punkt nicht in die Tiefe. Und das wollten wir ändern. Vor allem die gesamte Recyclingtechnologie wurde in das Curriculum aufgenommen. Wobei es hier nicht nur um die Beschreibung des Istzustandes geht, sondern unser Blick immer in die Zukunft und auf ihre Möglichkeiten gerichtet ist …

… und der Blick ist möglich?
Glasklar (lacht). Wir haben ja dank unseres eigenen Forschungszentrums diesbezüglich einen großen Vorteil. So können wir die Forschungsergebnisse ohne Umwege direkt in das Curriculum einbringen.
Geändert wurden auch die Rahmenbedingungen für die Masterarbeit. Sie wurde bis dato immer im letzten Semester geschrieben. Allerdings haben wir festgestellt, dass es in dieser kurzen Zeit nicht möglich ist, eine qualitativ hochwertige Arbeit zu verfassen. Aus diesem Grund fangen wir jetzt schon im 2. Semester verstärkt an, die Studierenden mit den Grundlagen der Masterarbeit – wie die Wahl der wissenschaftlichen Methodik – vertraut zu machen. Dahinter steckt auch unser Wunsch, die Studierenden noch mehr in unsere Forschung einzubinden, um so die forschungsgeleitete Lehre zu forcieren. Das ist ja auch der Punkt, der Hochschulen ausmachen sollte.

Der Österreichische Verpackungstag findet am 1. Oktober an der Hochschule Campus Wien statt. Können Sie schon sagen, was uns erwartet?
Noch sind wir in der Vorbereitung, aber einiges kann ich schon verraten: Das Thema des Verpackungstages lautet „Next Generation Packaging“. Next Generation heißt auf der einen Seite, dass es tatsächlich in vielen Unternehmen einen Generationenwechsel gibt. Wir sehen das auch bei uns an der Hochschule. Auf der anderen Seite bezieht es sich tatsächlich auf Verpackungen. Die PPWR verlangt es, dass neue Verpackungen auf den Markt kommen müssen. Wir werden den Generationenwechsel bald in den Regalen der Supermärkte sehen.
Was die PPWR selbst angeht, werden wir keine Vorträge hinsichtlich ihrer theoretischen Anforderungen machen, sondern wie setzen die Unternehmen die PPWR in der Praxis um. Auch hervorzuheben ist ein Beitrag, welcher die Verpackungen aus Sicht der Konsument:innen thematisiert. Wie jedes Mal wird es zum Abschluss eine große Podiumsdiskussion geben. Und nicht zu vergessen: Im Anschluss an den Verpackungstag wird sowohl der PROPAK Austria Pro Carton Young Designers Award als auch der Staatspreis Smart Packaging verliehen.

Vielen Dank für das Gespräch.

 

Sustainable Packaging Design and Technology ist das erste berufsbegleitende viersemestrige Masterstudium in der DACH-Region, das sich mit der Querschnittsmaterie Verpackungstechnologie befasst. Dieses naturwissenschaftlich-technische Studium mit wirtschaftswissenschaftlichen Elementen wird in englischer Sprache durchgeführt. Die Studierenden vertiefen ihre Kenntnisse in den Bereichen Packaging Technology, Sustainability, Management sowie Science and Research. Mit erweiterten Kompetenzen im Bereich Kommunikation, Forschung und Projektmanagement bereiten sie sich auf eine Führungsposition in der Verpackungsindustrie vor. Weitere Infos finden Sie hier.

Österreichischer Verpackungstag 2026

Am 1. Oktober 2026 veranstaltet die Hochschule Campus Wien (HCW) gemeinsam mit ihren Kooperationspartner*innen erneut den Österreichischen Verpackungstag. Vertreter*innen aus der gesamten Verpackungsbranche werden an der Veranstaltung teilnehmen – von Hersteller*innen bis zu Verpacker*innen, von Dienstleister*innen bis Behörden. Beim Österreichischen Verpackungstag treffen Sie all jene, die sich mit dem Thema Verpackung auseinandersetzen.

Themen:

  • Verpackungsmarkt – Potentiale und Risiken
  • Verpackung aus Konsument*innensicht
  • PPWR: nächste Schritte & Herausforderungen
  • Impulse aus Industrie und Handel
  • Praxisbeispiele: Papierverpackungen – Insights aus der Praxis & Projekthighlights der HCW

Weitere Infos finden Sie hier.

 

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