Von grünen und hochverdelten Etiketten

2018 war ein erfolgreiches Jahr für Ulrich Etiketten. Neben dem 150 Jahr Jubiläum konnte auch ein Umsatzrekord – 38 Millionen Euro – gefeiert werden.  Aber auch 2019 hat mit der Auszeichnung zum besten Familienunternehmen Wiens alles andere als schlecht begonnen. Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass das in 5. Generation geführte Unternehmen seinen Erfolgslauf fortsetzt. Im Vorfeld der FachPack hat Pack & Log Dr. Karl Ulrich zum Gespräch gebeten. 

"Die Verpackung sowie das Etikett müssen die Wertigkeit des Produktes widerspiegeln", betont Dr. Karl Ulrich
 
Ulrich Etiketten ist sehr erfolgreich am Markt. Was macht Ulrich richtig?
Wir haben wohl die Trends der Zeit rechtzeitig erkannt und uns dementsprechend aufgestellt.
 
Und die wären?
Zum einen der Trend zu kleineren Auflagen, bei einer höheren Produktvielfalt. Und zum anderen steigt der Wunsch nach hochveredelten Produkten. Um diesen Wünschen gerecht zu werden, haben wir in den letzten Jahren sehr viel in unseren Maschinenpark – speziell in den Digitaldruck und die Konfektion (Anm. vgl: Pack & Log 07/2018) – investiert und unsere Produktion damit flexibler und effizienter gestaltet. Das hat viel Geld gekostet, aber macht sich jetzt bezahlt! Außerdem setzen wir auf Qualität – ohne Qualität geht heute gar nichts.  Auf unser Qualitätsmanagement und die professionelle Konformitätsarbeit, die wir unseren Kunden anbieten, können wir wohl zu Recht stolz sein.
 
Zu den gesellschaftlichen Megatrends zählt die Nachhaltigkeit. Auch die FachPack steht heuer ganz im Zeichen der Umwelt. Spiegelt sich das auch bei Ulrich Etiketten wider?
Absolut! Daher bieten wir jenen Kunden, die nachhaltige Etiketten produzieren möchten, nicht nur biologische Etikettenmaterialien – z. B. Bio-PE, Gras oder Steinmehl-Materialien – an, sondern auch eine besondere Recycling-Möglichkeit: Bei Bedarf holen wir das Trägermaterial der Etiketten ab. Dieses wird dann bei unserem Partner cycle4green für das Recycling weiterverarbeitet. 2018 haben wir auf diese Weise 131 Tonnen silikon-beschichtetes Trägerpapier recycelt. Das entspricht einer Reduktion von 265 Tonnen CO2 Emissionen.
Selbstverständlich werden wir auf der FachPack unsere „grünen“ Etiketten präsentieren. Auch in diesem Bereich steht Qualität an ers-ter Stelle. So sind wir seit heuer neben PEFC ST 2002:2013™, FSC®, ISO 9001 auch ISO 14001 zertifiziert. Weiters ist Ulrich Etiketten auch Green Partner von Sony sowie Samsung Eco-Partner. Darüber hinaus erfüllen wir die SMETA-4-Pillar-Anforderungen und stehen damit für nachhaltige Produktion, ethischen Handel sowie gute Arbeitsbedingungen und Sicherheit am Arbeitsplatz.

Stehen das „grüne“ und das „hochveredelte“ Etikett nicht im Widerspruch zueinander?
Nein, denn das verwendete Material und die Optik stehen nicht im Widerspruch zueinander. Auch ein biologisches Produkt will verkauft werden und muss daher im Supermarktregal für einen entsprechenden Eindruck auf den Konsumenten sorgen. Die Verpackung sowie das Etikett müssen die Wertigkeit des Produktes widerspiegeln. An diesem Grundsatz hat sich nichts geändert und daran wird sich – meiner Meinung nach – auch in Zukunft nichts ändern. 
 
Was zeigt Ulrich neben Etiketten auf der FachPack?
Neu in unserem Produktportfolio ist ein Etikettenspender, der um’s Eck etikettieren kann – ideal für Verschluss- und Sicherheitsetiketten. Vor allem in der Kosmetik- und Pharmaindustrie sind solche Systeme sehr gefragt. Ebenfalls am Messestand zu sehen sind die Produkte von Toshiba Tec. Im Mittelpunkt steht diesmal ein neuer Thermotransferdrucker.  
 
Welche Bedeutung hat die FachPack für Ihr Unternehmen?
Die FachPack ist die wichtigste Messe für uns. Erstens ist sie nahe genug an Österreich, um auch heimische Kunden nach Nürnberg zu bringen und zweitens machen wir bereits etwas mehr als 30 % unseres Umsatzes in Deutschland. Auch unsere jährlichen Wachstumsraten generieren wir in erster Linie in Deutschland. Der Bedeutung des deutschen Marktes tragen wir auch durch eigene Vertriebsniederlassungen Rechnung. So verfügen wir über Verkaufsbüros im Raum München, im Raum Hannover und in Stuttgart.
 
Warum der große Erfolg in Deutschland? Auch dort herrscht bekanntlich starker Wettbewerb, zudem ist der Weg von Wien nach Hamburg weit.
Das liegt an unserem Sprachfehler (lacht), denn wir können nicht Nein sagen. Auch wenn die Lieferzeit noch so knapp ist. Da können die deutschen Mitbewerber nicht leicht mit. Das war jetzt salopp formuliert. Ernsthafter gesagt: Wir sind einfach flexibler als Konzerne, und kleinere Unternehmen hätten zwar die Flexibilität, verfügen aber nicht über das technische Equipment, das wir haben. Außerdem sind wir preislich attraktiv, bei sehr guter Qualität. Als weiteren wesentlichen Punkt möchte ich unsere individuelle Kundenbetreuung hervorheben. Unsere Außendienstmitarbeiter sind unermüdlich im Einsatz und helfen den Kunden bei allen Aufgabenstellungen rund um das Thema Etiketten.
 
Ulrich Etiketten baut sich seit einiger Zeit im Bereich der Flexiblen Verpackungen ein weiteres Standbein auf. Wie geht es Ihnen dabei?
Erfreulicherweise ist die Steigerungsrate sehr gut! Wir denken auch daran, neben unseren vorhandenen Schmalbahn-Rollendruckmaschinen in breitere Rollendruckmaschinen zu investieren, um diesen Bereich weiter zu forcieren.
 
Haben Sie überhaupt noch Platz für neue Maschinen?
Das ist eine berechtigte Frage (lacht). Wir haben heuer unser gesamtes Büro umgebaut, die Räumlichkeiten neu strukturiert und konnten so den Platz am Standort in der Marksteinergasse optimieren. Jetzt kann auch die bereits im Vorjahr gekaufte Bookletmaschine endlich installiert werden.
 
Vielen Dank für das Gespräch.
 
Das Interview führte Mag. Gernot Rath, Chefredakteur Pack & Log
 

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