Logistik Dialog 2026: Resilienz, Wettbewerbsfähigkeit und Investitionen im Mittelpunkt

von Gernot Rath

BVL sieht Europa vor entscheidender wirtschafts- und industriepolitischer Phase

BVL-Präsident Roman Stiftner betonte in seinem Resümee die zentrale Bedeutung von resilienten Lieferketten, fairen Handelsbeziehungen und strategischen Partnerschaften. „Resilienz bedeutet nicht Rückzug aus der Welt“, erklärte Stiftner. „Europa braucht fairen und verlässlichen Handel, strategische Partnerschaften sowie neue Freihandelsabkommen, um Wettbewerbsfähigkeit, Versorgungssicherheit und industrielle Wertschöpfung langfristig abzusichern.“

Besondere Aufmerksamkeit galt dabei den wirtschaftlichen Perspektiven neuer Freihandelsabkommen und internationaler Partnerschaften. Im Rahmen des Logistik-Dialogs wurden unter anderem die Chancen des EU-MERCOSUR-Abkommens sowie die vertieften Wirtschaftsbeziehungen mit Indien diskutiert.

Infrastruktur und Wettbewerbsfähigkeit als zentrale Standortfrage. Ein wiederkehrendes Thema des Kongresses war die Bedeutung leistungsfähiger Infrastruktur für Wirtschaftswachstum und industrielle Wettbewerbsfähigkeit.

Stiftner sprach sich für eine konsequentere Umsetzung von Infrastrukturprojekten und investitionsfreundlichere Rahmenbedingungen für heimische Unternehmen aus. „Wettbewerbsfähigkeit entsteht nicht durch Stillstand, sondern durch Investitionen, Bürokratieabbau, Innovation und funktionierende Infrastruktur“, so der BVL-Präsident.

Auch Bundesminister Peter Hanke hob in seiner Keynote die Bedeutung wettbewerbsfähiger Rahmenbedingungen für Wachstum, Industrie und Wohlstand hervor. Entscheidend sei nun die schrittweise Umsetzung der Industrie- und Infrastrukturstrategien der Bundesregierung.

Eine moderne Verkehrs-, Energie- und Digitalinfrastruktur sei nicht nur Voraussetzung für eine leistungsfähige Logistikbranche, sondern für die gesamte wirtschaftliche Entwicklung Österreichs von zentraler Bedeutung. Damit unterstreicht er auch die Wichtigkeit des gesamten Logistiksektors für den Standort.

Sicherheit und Infrastruktur zunehmend miteinander verbunden. Im Rahmen des Kongresses wurde auch die wachsende Bedeutung resilienter Infrastruktur für Sicherheits- und Verteidigungsfragen thematisiert.

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner verwies in einem Videostatement auf die Notwendigkeit, sowohl in moderne militärische Ausrüstung als auch in die Infrastruktur des Bundesheeres zu investieren. Die aktuellen geopolitischen Entwicklungen würden zeigen, dass Sicherheitspolitik zunehmend auch eine Frage funktionierender Infrastruktur und Versorgungssysteme sei.

Auch Porr-CEO Karl-Heinz Strauss warnte vor den wirtschaftlichen Folgen eines anhaltenden Investitionsstaus. Bürokratische Verzögerungen und mangelnde Infrastrukturinvestitionen würden die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Österreich zunehmend belasten.

Starke Beteiligung und positives Signal der Branche. Mit rund 1.200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, etwa 70 Vortragenden sowie rund 130 Partnern und Ausstellern verzeichnete der Logistik Dialog 2026 erneut eine starke Beteiligung der Branche. Für BVL-Geschäftsführer Wolfgang Kubesch ist dies ein klares Zeichen für die Dynamik und Kooperationsbereitschaft der Logistikbranche.

„Der diesjährige Logistik-Dialog hat gezeigt, dass die Branche bereit ist, sich den Herausforderungen der Zeit aktiv zu stellen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln“, so Kubesch.

Auch Stiftner zog ein positives Fazit: „Die vergangenen Jahre haben gezeigt, wie wichtig resiliente Lieferketten, Investitionen und europäische Zusammenarbeit geworden sind. Der Logistik-Dialog versteht sich dabei als Plattform für Orientierung, Austausch und konkrete Lösungsansätze.“

www.bvl.at

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